2 - Wallanlage nahe der Befreiungshalle auf dem Michelsberg in Kelheim

Archäologiepark Altmühltal: Keltenwall bei der Befreiungshalle "König Ludwig I." in Kelheim

Die Befreiungshalle oberhalb Kelheims

Von weitem sichtbar ragt der Michelsberg mit der Befreiungshalle, einem Monument zum Gedenken an die napoleonischen Befreiungskriege (1813 bis 1815), über dem Zusammenfluss von Altmühl und Donau oberhalb von Kelheim auf.

König Ludwig I. von Bayern ließ 1842 und 1863 das Bauwerk nach Plänen von Theo von Gärtner und Leo von Klenze errichten. 

Mehr zur Befreiungshalle König Ludwig I. in Kelheim (Bayern)  

Heute noch sichtbare Wall- und Befestigungsanlagen

Doch viel älter als dieses Denkmal sind die auf dem Michelsberg heute noch sichtbaren Wall- bzw. Befestigungsanlagen. 1997 wurde der 260m westlich der Befreiungshalle gradlinig in Nordsüd-Richtung verlaufende, ungefähr 200 m lange Wall archäologisch untersucht. Man hielt diesen markanten Abschnittswall für frühmittelalterlich, d.h. aus dem 10. Jh. n. Chr.

Die Grabungen aber belegten, dass der Wall mindestens in vier Bauabschnitten errichtet wurde. Als älteste Bauphase ließ sich eine Reihe mächtiger Pfosten mit dazwischen stehenden Mauersegmenten aus Plattenkalken nachweisen. Eine darüber liegende, 50 cm starke Brandschicht lässt auf ein Feuer schließen, dass diese Befestigung bereits um 1.850 v. Chr. zerstörte. Danach erneuerte man die Befestigung ähnlich wie bereits während der Bronzezeit mit Eichenstämmen und Mauern aus Plattenkalken. Doch diese Baumaßnahme fand erst einige Zeit später, am Übergang vom 6. zum 5. Jh. v. Chr. statt, zur Zeit der frühen Kelten.

 Archäologiepark Altmühltal: Keltenwall auf dem Michelsberg nahe der Befreiungshalle "König Ludwig I." in Kelheim  Archäologiepark Altmühltal: Hörpunkt am Keltenwall  Befreiungshalle "König Ludwig I." auf dem Michelsberg in Kelheim (Bayern)

Keltenwall bei der Befreiungshalle "König Ludwig I."

Hörpunkt am Keltenwall

Befreiungshalle "König Ludwig I." auf dem Michelsberg in Kelheim

Rekonstruktion der Befestigung an ihrem originalen Standort

Die Rekonstruktion der Befestigung auf dem Kelheimer Michelsberg ist direkt an den Wall, den verfallenen Resten der vorgeschichtlichen Befestigungsanlage, angebaut. Die rekonstruierte Mauer zeigt die frühkeltische Ausbauphase. Doch diese Mauer ist nicht intakt dargestellt, sondern im fortgeschrittenen Verfall: Die Eichenstämme und die dazwischen liegenden Mauern sind niedriger als zur frühen Latènezeit. Die Reste der gänzlich verfallenen frühkeltischen Befestigung sieht man noch deutlich und hoch aufragend: es ist die hügelartige Erhebung des Erdwalls.

Lage der Rekonstruktionen im Archäologiepark Altmühltal

Lage: Am Besucherparkplatz der Befreiungshalle auf dem Michelsberg bei Kelheim
Koordinaten: 48° 55’ 6” Nord; 11° 51’ 22” Ost
TK 7037 Kelheim: r 4489 550; h 5420 100

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