4 - Hörpunkt zur Geschichte der Kanäle im Altmühltal

 
Archäologiepark Altmühltal (Bayern): Hörpunkt an der alten Schleuse in Essing.
 

Im Fluß: Altmühltal - Urdonautal

Steile jurazeitliche Kalkfelsen bilden die schroffen Seitenwände des Altmühltals, dessen Gesicht sich im Laufe der Jahrtausende immer wieder veränderte. Das Flussbett der Altmühldonau, in der die Altmühl heute fließt, ist für den schmaleren und langsameren fließenden Fluss zwar viel zu groß, doch von jeher war das Tal ein wichtiger Transport- und Verkehrsweg. Schon seit der Jungsteinzeit diente der Fluss als Verkehrsweg, wie beispielsweise ein hölzernes Paddel aus der steinzeitlichen Siedlung von Dietfurt-Griesstetten (Station 17 des Archäologieparks Altmühltal) beweist.

Die Fossa Carolina als unvollendeter Vorläufer des Main-Donal-Kanals

Karl der Große veranlasste im Jahr 793 den Bau eines Kanals zwischen Treuchtlingen und Weißenburg beim Dorf Graben. Der „Fossa Carolina“ sollte eine zwei Kilometer lange Distanz zwischen den Flüssen Altmühl und Rezat überwinden und damit eine schiffbare Verkehrsverbindung zwischen Main und Donau schaffen. Der noch heute sichtbare Karlsgraben ist 1230 m lang, ca. 30 m breit und 8 m tief. Die Anlage muss im 8. Jh. über drei Kilometer lang gewesen sein, wie auf modernen Luftbildern heute noch zu erkennen ist. Aber Karl der Große konnte seine Idee nicht vollenden: Kämpfe mit Sarazenen, Versorgungsschwierigkeiten und anhaltende Regenfälle vernichteten das begonnene Werk.

Hörpunkt an der alten Schleuse in Essing (nahe Kelheim in Bayern) Main-Donau-Kanal in Essing (Archäologiepark Altmühltal, Bayern).

Herbstliche Stimmung im Archäologiepark Altmühltal (Bayern). Hier am Main-Donau-Kanal bei Essing.

Hörpunkt an der alten Schleuse in Essing

Baumreihen entlang des Main-Donau-Kanals bei Essing

Der Main-Donau-Kanal in Essing im Herbst.

König Ludwig I. und der Ludwig-Donau-Main-Kanal

Erst der bayerische König Ludwig I. konnte zwischen 1836 und 1845 einen Kanal, der Rhein und Donau verbinden sollte, verwirklichen. Dieser Ludwig-Donau-Main-Kanal nutzte das untere Altmühltal auf 35 km Länge. Zwölf Schleusen gab es auf diesem ersten Teilstück. Der insgesamt 173 km lange Kanal zwischen Kelheim und Bamberg mit 100 Schleusen, auf dem auch die Steine für den Bau der Befreiungshalle in Kelheim transportiert worden sind, war knapp 16 m breit und 1,5 m tief. Ab 1846 wurde er intensiv zum Transport von Steinen, Holz, Kohle und Agrarprodukten genutzt. Im Jahr 1950 hat man den Kanalbetrieb offiziell stillgelegt.

Der heutige Main-Donau-Kanal

Unter der Regierung des bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß wurde die Idee, Rhein und Donau mit Hilfe eines Kanals zu verbinden, durch die 1921 gegründete Rhein-Main-Donau AG in die Tat umgesetzt. Der heutige Main-Donau-Kanal hat eine 55 m breite und 4 m tiefe Trasse. Der Höhenunterschied von knapp 90 m zwischen Nürnberg und Kelheim wird durch neun Schleusen überwunden. Das Bauwerk wurde 1992 fertig gestellt.

Lage des Hörpunkts zur Geschichte der Kanäle

Lage: Hörpunkt bei der Schleuse Altessing am Teilstück des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals
Koordinaten: 48° 55’ 34’’ Nord; 11° 48’ 51’’ Ost
TK 7036 Riedenburg: r 4486 500; h 5421

Weitere Informationen 

Informationen zu Freizeitmöglichkeiten entlang des Main-Donau-Kanals finden Sie unter dem Stichwort "Erlebniskanal" auf unserer Internetseite.

 
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